Der lange Weg zum Kumpel

Die Suche nach einem Gesellschaftspferd begann schon während des Stallbaus. Und endete erst einmal damit, dass eine Pferdebesitzerin aus der Umgebung einen Platz für ihr Pferd suchte. Wir lernten uns besser kennen, waren uns auch sympathisch, doch nach einem halben Jahr entschied sich die Interessentin um. Großer Stall... mehr Leute, schöne Reitwege, auch verständlich.

Nun beschloss ich selbst ein Gesellschaftspferd zu kaufen... Ein Pferd ohne Rasse, zwischen 12 und 18 Jahren, noch etwas reitbar... wir sahen uns einige Pferde im Umkreis bis zu 150 km an, doch es war kein einziges gesundes Pferd dabei, zu dem der Equidenpass gepasst hätte... was tun?

Doch es gab wieder eine Interessentin als Einstellerin. Da diese aber nach 3 Monaten hin und her ihr Pferd immer noch nicht aus Deutschland geholt hatte sprang ich ab. Dusty sollte nicht noch länger alleine stehen... Ich nahm die Pferdesuche wieder auf. Ein Pferd war lahm und ein anderes sicher über 25jährig. Also entschied ich mich Ende 2020 für Dundy.

Ein Quarter Fohlen zu importieren war nun anfangs wirklich nicht der Plan gewesen. Ich hatte Dundy jedoch per Zufall beim Stöbern entdeckt und dann bekam ich sie einfach nicht mehr aus dem Kopf. So ist der Mensch :o)

Dundy kam am 20.11.2020 hier an. Der Kauf war ein Glücksgriff ohne Ende. Sie war nicht nur ein immer fröhliches, sondern auch ein überaus anständiges, aufgeschlossenes und lernbegieriges Fohlen. Ein Traum! Jetzt war ich einfach nur noch glücklich!

Und der Reitplatz war fast fertig, es fehlte nur noch die Sandschicht.

Die beiden haben sich auf Anhieb super verstanden und die Welt war in Ordnung.
Sie tobten beide auf der Koppel herum, dass es eine Freude war.


Wir konnten von nun an wieder, wie früher mit Dusty's eigenen Fohlen, mit Dundy als Handpferd in der Gegend herum bummeln und es war einfach nur Megasuper! So ein Glück! Ein schöner Winter, ein tolles Frühjahr.

Im März 2021 hatte Dusty eine vermutete Kolik ohne wirkliche Ursache. Der Tierarzt kam, doch eigentlich ging es ihr da schon wieder gut... alles war normal. 2 Tage später brach sie abends mit schwerster Atemnot zusammen. Der Tierarzt kam und die Ärmste hing über Nacht am Tropf. Natürlich unter Aufsicht. Es ging ihr wirklich schlecht. Ausnahmezustand.

Nachdem es am nächsten Tag nicht überzeugend besser war, fuhr ich mit ihr nach Alicante, in die Tierklinik.

Am nächsten Tag wurde der Sand für den Reitplatz geliefert. Ich rief in der Klinik an und man teilte mir mit, dass Dusty mit einer Lungenfibrose im Endstadium diagnostiziert sei und dass es Tierquälerei sei, sie am Leben zu erhalten...

Also fuhren wir noch am gleichen Tag, um Dusty auf ihrem letzten Weg zu begleiten. In solchen Momenten funktioniert man nur noch irgendwie.

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